06.02.2020 • Dem einen oder der anderen ist es in den vergangenen Wochen schon aufgefallen: Der Name des Herstellers meiner Fotoausrüstung fängt nicht mehr mit „C“ an. Ich habe einen kompletten Systemwechsel zu Sony vollzogen.

Seit Beginn meiner (foto-) journalistischen Tätigkeit, das sind mittlerweile knapp 30 Jahre, habe ich mit Gerätschaften von Canon gearbeitet. Dass ich damals bei den Fotokameras dieser Firma gelandet bin, war Zufall. Es hätte auch eine Nikon sein können. Daher war ich nie ein „Canon-Fotograf“, ein „Roter“, im Gegensatz zu den „Gelben“ (Nikon). Kameras und Objektive sind für mich Werkzeuge und keine Frage der Ideologie.

EOS 600, EOS D30, EOS-1D, EOS-1D II, EOS-1D III, EOS-1D IV, EOS 5D Mark III, EOS 7D Mark II – 30 Jahre Canon-Kameras. Die D30 war 2001 meine erste Digitale mit de facto nicht existentem Autofokus. Aber bezahlbar. Die 1D danach war eine Erfüllung. Nach der 1D IV habe ich mich wegen des drastisch gestiegenen Preises von den „Einsern“ verabschiedet. Dazu haben sich einige passende und hochwertige Objektive angesammelt.

Ich war auch grundsätzlich immer zufrieden. Von der 1D III mal abgesehen, deren AF oft genug, zu oft, daneben lag. Ich habe immer gesagt: Wer mit meiner Ausrüstung, auch der relativ günstigen 7D Mark II, keine gescheiten Sportfotos hinbekommt, hat seinen Job verfehlt.

Das sehe ich immer noch so. Aber ich musste feststellen, dass es möglich ist, schneller zum Ziel zu kommen. Effizienter bei der Arbeit zu sein. Genau das verspreche ich mir von meinem Wechsel zu Sony. Absolut gesehen ist es zudem qualitativ ein deutlicher Sprung, auch wenn es natürlich ein bisschen unfair ist, eine fünf Jahre alte APS-C-Kamera, die 7D Mark II, mit einer dreimal so teuren aktuellen Vollformatkamera, wie sie meine neue Sony Alpha α9 Mark II darstellt, zu vergleichen.

2016 hatte ich das erste Mal mit Sony zu tun, als ich mir als kleine Reisekamera eine α6000 zulegte. 2017 war ich auf einer Sony Pro Conference in Köln und hatte erstmals eine α9 in der Hand. Mein damaliges Fazit in aller Kürze: Tolle innere Werte, Defizite bei Ergonomie und Handling, kaum Objektive für die Sportfotografie. Die ausführliche Version meiner Einschätzung von 2017 gibt es hier. Das hat sich mittlerweile geändert: Die Sony α9 Mark II ist ergonomisch gegenüber dem Vorgänger verbessert und schmeichelt meinen Händen deutlich mehr, das Objektivangebot ist gewachsen.

Ernsthafte Kontakte zu Sony gibt es seit der Leichtathletik-WM im Herbst 2019 in Doha. Dort habe ich mir dann auch für den letzten Wettkampftag eine α9 mit dem Teleobjektiv 600/4.0 ausgeliehen. Drei Wochen nach der WM konnte ich bei einer weiteren Sony Pro Conference einen ganzen Tag lang die neue α9 Mark II mit den aktuellen Objektiven bei unterschiedlichen Sportarten ausprobieren.

Ich war beeindruckt. Vielleicht noch mehr von den Ergebnissen des Tests in Doha als von den Resultaten der Pro Conference, weil ich bei der WM unter realen Bedingungen meine wichtigste Sportart fotografiert habe. Obwohl es noch die alte α9 (bei Sony heißt sie „the original one“ ;-) war, die ich dort genutzt habe. Die Trefferquote war atemberaubend.

So war auch letztlich der extrem leistungsfähige Autofokus der α9 Mark II in Kombination mit den passenden Objektiven für mich das stärkste und gewichtigste Argument für einen Systemwechsel. In der Summe sehe ich meine neue Sony-Ausrüstung momentan und bis auf weiteres als das am besten geeignete Werkzeug für meine Arbeit.

Bevor ich mich endgültig zu diesem Schritt entschieden haben – durchaus ein finanzieller Kraftakt, denn es musste ja alles ersetzt und neu gekauft werden – bat ich Sony um eine Testausrüstung, um sicherzugehen, dass es damit in meinem Alltag auch funktioniert. Die Testausrüstung konnte ich zwei Wochen nutzen. Ergebnis: Es funktioniert. Es funktioniert sehr gut. Die Betreuung und der Service von Seiten Sonys bei der ganzen Aktion war umfassend und extrem hilfreich. Sony hat sich um mich bemüht. Gekauft habe ich die neue Ausrüstung bei Audiophil Foto, meinem Fachhändler hier in Aachen, mit dem ich seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeite.

Ein bisschen Wehmut kam beim Verkauf des Canon-Objektivs EF 200-400/4 L IS USM Extender 1,4x auf, meiner bisherigen absoluten Lieblingslinse. Ein wirklich feines Teil, das nun ein Kollege nutzt. Aber ist ja nur ein Werkzeug … ;-)

Seit vier Wochen fotografiere ich nun mit den Sony-Gerätschaften. So langsam kommt bei der Bedienung ein bisschen Routine rein. Die Sony-Zoomobjektive drehen in die andere Richtung. Man mag es kaum glauben, aber daran muss man sich nach 30 Jahren erst einmal gewöhnen. Unter Stress drehe ich noch so, wie ich es immer gemacht habe. Also in die falsche Richtung. Aber es wird …


Kameras von Sony

Fachhändler Audiophil Foto in Aachen