21.03.2022 • Das Spiel der Ladies in Black Aachen in der Volleyball-Bundesliga gegen den SC Potsdam war schnell vorbei. Ein kurzes und wenig spektakuläres 0:3. Die Gäste machten nie den Eindruck, die Begegnung verlieren zu können, die Ladies leider auch nie den Eindruck, sie zu gewinnen. Die Potsdamerinnen stehen nicht umsonst auf Platz zwei der Tabelle. „Glanzvoller Abschied nach glanzlosem Spiel“ titelte der Kollege Roman Petry in den Aachener Nachrichten. Denn erst nach den drei Spielsätzen wurde es richtig emotional. André Schnitker, der langjährige Hallensprecher, Aachens „Mr. Volleyball“, wurde offiziell verabschiedet.

Als Hallensprecher hat er schon vor eineinhalb Jahren aufgehört. Seine Tochter Maike hat den Job übernommen (und macht ihn gut). In der Kaiserstadt wird so etwas dynastisch geregelt. Aber ein Abschied coronabedingt ohne Zuschauer – das wäre dem langjährigen Engagment Schnitkers für seine Sportart in vielen Rollen und Funktionen nicht angemessen gewesen. Seine bekannteste Funktion war natürlich die des Hallensprechers im Aachener „Hexenkessel“, die er 16 Jahre ausübte und in der er maßgeblich für die Stimmung und Fairness bei den Heimspielen der Ladies verantwortlich war.

Volleyball-Trainer ist er weiterhin, er betreut die Oberliga-Damen des PTSV Aachen. Bei den Heimspielen der Ladies war und ist er auch nach der Mikrofon-Übergabe an Tochter Maike meist dennoch in der Halle an der Neuköllner Straße. Nicht als Zuschauer, sondern als Moderator des Livestreams. Dabei entstand auch am Samstagabend das obige Foto von „Mr. Volleyball“. Das war gar nicht geplant. Ich stand auf der gegenüberliegenden Seite, oben auf der VIP-Tribüne, als ich sah, dass der Winkel genau passte: André Schnitker mittig im Logo der Volleyball-Bundesliga. Und dank einer Brennweite von 600 mm kam ich auch nah genug ran.

Nach dem Rückblick auf das Volleyball-Leben von André Schnitker habe auch ich kurz in Erinnerungen geschwelgt. Und nachgeschaut, wie lange ich schon „dabei“ bin. Am 02. Oktober 2005 habe ich zum ersten Mal die Ladies, die damals noch nicht so hießen und als erste Mannschaft der Alemannia Aachen in der zweiten Bundesliga spielten, fotografiert. In der Halle an der Bergischen Gasse. Habe mir die Bilder von diesem Tag noch einmal angeschaut. Oh man, waren die schlecht. Technisch, aber auch von den Motiven her. Zugegeben – aus heutiger Sicht. Ich war 2005 ja schon ein paar Jahre als Sportfotograf tätig und sicher der Meinung, auch ein guter Sportfotograf zu sein. Natürlich hat sich die Technik deutlich weiterentwickelt. Gerade, was das Rauschverhalten angeht. Ich hatte 2005 eine Canon EOS-1D II im Einsatz, beim Hallensport mit dem legendären Canon EF 200/1.8. Bei den ISO-Einstellungen bin damals nicht über 1600 gegangen, was trotz der großen Offenblende des Objektivs in der dunklen Halle an der Bergischen Gasse zu nicht allzu kurzen Belichtungszeiten führte. Mit meinen aktuellen Sony-Kameras kann ich das mit dem ISO relativ entspannt sehen.

Auch wenn ich die Fotos von 2005 heute erschreckend bescheiden finde – es wäre noch viel trauriger, wenn ich mich seitdem nicht verbessert hätte ... 😁

Bilder vom Spiel gegen Potsdam gibt es in der Onlinegalerie der Aachener Nachrichten zu sehen.